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Die Badstube als Vorläuferin der heutigen Sauna
Das Steinschwitzbad, also das Luftbad, in dem mittels erhitzter Steine geschwitzt wird, ist ein uraltes Kulturgut der Menschheit. Es reicht bis in die Steinzeit zurück. Man nimmt an, dass es sich mit den Völkern Ostasiens, wo erste Funde anzutreffen sind, über die Beringstraße (die damals noch eine Landbrücke war) nach Nord- und von dort nach Mittel- und Südamerika ausgebreitet hat. Denn man trifft diese Art des Bades sowohl bei den Eskimos in Alaska als auch bei den Indianern Nord-, Mittel- und Südamerikas. Andererseits wurde es von Ostasien mit den nach Westen ziehenden Völkerstämmen nach Innerasien bis zum Ural verbreitet. Schriftliche Zeugnisse gibt es bereits von vor zweieinhalbtausend Jahren. Von Kleinasien hat es seinen Weg in den ganzen Mittelmeerraum genommen. Auch die Finnen sollen vor etwa zweitausend Jahren aus ihrer asiatischen Urheimat nach Nordwesten in ihre heutigen Siedlungsgebiete gezogen sein und die Badegewohnheit mitgebracht haben. Bis in die Gegenwart haben sie die Badeart tradiert.

Bei slawischen Volksstämmen ist dieses Schwitzbad ebenfalls früh anzutreffen. Sicher ist es von ihnen auch bis in die mitteleuropäischen Länder verbreitet worden: Die ältesten Zeugnisse der Badstube, die nach alten Holzschnitten und Stichen der heutigen Sauna mit ihrer Holzauskleidung und den aufsteigenden Bänken sowie dem Ofen gleicht, sind aus der Zeit der Merowinger (5. - 8. Jahrhundert) überliefert.

Der Begriff „Badstube", der in vielen Schriften des Mittelalters vorkommt, ist dabei nicht eindeutig: Zum Teil handelt es sich um Schwitzbäder der schon genannten Art, zum Teil war es aber auch ein Raum mit einem Zuber oder einer Wanne, wo in Wasser gebadet wurde. Das Wort „Stube" bedeutet ursprünglich das heizbare Gemach, Badezimmer.

Ein Wiener Gelehrter, Georg Zappert, hat vor 150 Jahren die Schrift „Über das Badewesen mittelalterlicher und späterer Zeit" herausgebracht und in ihr Zahlen angegeben. Danach bestanden im Mittelalter in Wien 29, in Paris 26, in Basel 15, in Nürnberg 15, in Ulm 10 und in Berlin 5 öffentliche Badstuben. Daneben gab es eine große, aber nicht bekannte Zahl von privaten Badstuben. Nicht erfasst sind bei Zappert die öffentlichen und privaten Badegelegenheiten in Kleinstädten, Dörfern und auf einzelnen Höfen.
Aus den meisten früheren und späteren mittelalterlichen Überlieferungen klingt die große Beliebtheit der saunaähnlichen Körper- und Gesundheitspflegestätte heraus, die im gesamten Volke, allen Ständen und Schichten, bestanden hat. Man fragt sich deshalb erstaunt, wie es dann möglich war, einen solchen Kulturbestandteil innerhalb von 100 Jahren, etwa von 1700-1800 einfach aussterben zu lassen. Das Abgleiten der Bademoral beim gemeinschaftlichen Baden und die Übertragung ansteckender Krankheiten (Syphilis) werden allgemein als Gründe für den Untergang des Badewesens angegeben. Bei den öffentlichen Badstuben kam hinzu, dass durch das „Schröpfen", bei dem die Haut mit Schröpfmessern geritzt wird, viele Krankheitskeime durch die nicht desinfizierten Messer verbreitet wurden. Andererseits sind auch kirchliche Einflüsse nicht zu unterschätzen, da man aufgrund des Sittenverfalls in den Bädern das Nicht-Baden zum gottgefälligen Leben rechnete.

Lediglich auf einigen Bauernhöfen haben sich Badehäuser nach Art der alten Badstuben noch länger erhalten, in denen dann aber auch nicht mehr gebadet wurde. Sie wurden lediglich als „Röst- und Dörrstuben" für Malz (Bierbrauerei), Flachs (Brechelbäder) und Früchte benutzt. Alte Rauchstuben, also mit Heizstätten ohne Kamin, wo der Rauch des Holzfeuers irgendwie durch Ritzen, Luken oder die geöffnete Tür entweichen konnte, standen nur noch zum Fleischräuchern zur Verfügung.

Einführung der Sauna
Es war tatsächlich ein Neuanfang, als man diese Badeform bei uns wieder einführte und dabei das finnische Wort „Sauna" mit übernahm. Bereits vor dem Jahr 1948 („Währungsreform"), nach der sich die Saunabetriebe entwickelten, hat es eine Reihe von einzelnen Sauna-Anlagen gegeben, wie nachstehende Übersicht zeigt.

1924 Wünsdorf/Potsdam (Militär-Sport-Sauna?)
1932 Berlin, Familie Moldenhauer, öffentliche Sauna
1934 Schreiberhau, Kurt Endler, Sportsauna
1934 Garmisch/Eckbauer, Veli Saarinen, Sportsauna
1936 Döberitz b. Berlin, Olympisches Dorf, Sportsauna
1941 Recklinghausen, I. Bleker, Bahn-Sauna-Bad
1941 Freiburg, Prof. Gauß, Universitätsklinik
1941 Koblenz, Reichsarbeitsdienst, Sauna (auch öffentlich)
1942 Dresden, Firma Reemtsma, Werksauna
1943 Bad Kripp, Dr. Karsten, Sanatoriums-Sauna
1943 Diez/Lahn, Familie Schlau, Felkebad-Sauna
1947 Bremerhaven, Dipl.-Ing. Falch, öffentliche Sauna
1947 Hamburg, H. Bleines, öffentliche Sauna im Hochbunker

Die Zahl der öffentlichen Saunabäder stieg nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland stark an. Bis 1960 waren bereits 1.000 öffentliche Saunabäder zu zählen, bis 1970 2.500. Diese Zahl verdoppelte sich bis 1980 auf mehr als 5.000, um dann ab Mitte der 80er Jahre aufgrund der dann beginnenden Reformen im Gesundheitswesen langsam wieder abzunehmen. Viele öffentliche Saunabäder waren nämlich Bestandteil von selbstständigen Kuranstalten und Kurbädern, die aufgrund der Umstellungen im Gesundheitswesen in Existenznöte gerieten, wie dieses später in den 90er Jahren auch bei den Massagepraxen geschah. Obwohl es zu Beginn der 90er Jahre noch einen Saunagründungsboom durch die jetzt zahlreich eröffneten Freizeitbäder gab und auch in den neuen Bundesländern in Ostdeutschland viele Saunabäder gegründet wurden, sank die Zahl der öffentlichen Saunabäder durch altersbedingte Geschäftsaufgaben und durch den sich verschärfenden Wettbewerb Ende der 90er Jahre auf 4.500 öffentliche Saunabäder. Sie wurden in einer Adressdatei erfasst. Nach einer Aktualisierung dieser Adressdatei mit telefonischer Überprüfung sämtlicher Anschriften konnten für Anfang 2005 noch 2.400 öffentliche Saunabäder registriert werden. Diese Zahl ist zu ergänzen um etwa 5.100 Saunaanlagen bei Hotels und Pensionen und etwa 3.800 Saunas bei Sportstätten und in Fitnessstudios. Die Zahl der insgesamt für die deutsche Bevölkerung zur Verfügung stehenden öffentlichen Saunaanlagen kann also mit etwa 10.000 angegeben werden.

Hinzu kommen die Saunaräume, die in Privathäuser eingebaut wurden. Wir schätzen aufgrund von Unternehmensangaben über Produktionszahlen von Saunaräumen und Saunaöfen in Deutschland und durch Importe von Kabinen und Öfen heute einen Bestand von etwa 1,66 Mio. privaten Saunabädern, also Haussaunas in Einfamilienhäusern. Im Vergleich dazu berichtet Finnland, dass man dort bei 5 Mio. Einwohnern mehr als 2 Mio. Saunas habe, die meisten auf dem Lande und bei den Ferienhäusern an den Tausenden von Seen.

Hotelsaunabäder sind zunächst für Hausgäste gedacht, werden aber zum Teil auch für Passanten im Sinne einer öffentlichen Sauna zugänglich gemacht. Hierbei handelt es sich um Saunaanlagen in Hotels, Pensionen, Ferienheimen, in Städten und Fremdenverkehrsorten. Deren Zahl wird auf knapp über 5.000 geschätzt. Sie wächst durch nachträgliche Ausrüstung der Hotels um Badeanlagen und durch Hotelneubauten. Dabei steht heute immer die Wellnessorientierung insbesondere von Ferienhotels im Vordergrund.

Die Zahl der Menschen, die regelmäßig Saunabaden, hat der deutsche Sauna-Bund in vielen repräsentativen Umfragen ermitteln lassen. Im Jahr 2004 konnte erfragt werden, dass 30 Mio. Bundesbürger über 14 Jahre mehr oder weniger regelmäßig Saunabaden. Nachdem in den 90er Jahren das Verhältnis von Männern und Frauen bei den Saunagästen weitgehend ausgeglichen war, zeigte die letzte Analyse einen deutlichen Mehranteil von Männern bei den Saunagängern. Es wurde ermittelt, dass 17 Mio. Männer und 13 Mio. Frauen Saunabaden. Insgesamt gesehen besteht vor allem unter dem Gesichtspunkt der weiteren Entwicklung des Wellnessmarktes für die Sauna Potenzial. Allerdings müssen die Aufklärungs- und Werbemaßnahmen, wie sie der Deutsche Sauna-Bund e.V. für seine Mitglieder seit Jahrzehnten mit Schwerpunkt gesundheitsförderndes Saunabaden durchführt, auf dem hohen Niveau gehalten werden.
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